Was tut Not in Eritrea? 

Die eritreische Regierung bemüht sich in anerkennenswerter Weise um die dringend nötige Verbesserung der medizinischen Versorgung, kann diese komplexe Aufgabe aber aus mehreren Gründen zur Zeit nicht aus eigener Kraft schaffen:

  • Aus Ermangelung einer eigenen Universität hat die Regierung in der Vergangenheit wiederholt Studenten ins Ausland geschickt, um sie an den dortigen Universitäten durch lange und teuere Studienaufenthalte ausbilden zulassen. Diese sind aber wegen der häuslichen Armut, der auch für sie sehr niedrigen Einkommen (ca. 80 €/Monat) und der fehlenden medizinischen Infrastruktur häufig nicht in ihre Heimat zurückgekehrt, sodaß das Land darauf angewiesen ist, seinen Nachwuchs selber auszubilden.
  • Hierfür bedarf es zunächst des Aufbaus einer „Medical School“ mit entsprechenden Unterrichtsräumen. Mit diesem Aufbau hat die Regierung inzwischen begonnen. In diesem Jahr beenden 28 Studenten ihr Medizinstudium. Aber es fehlen zusätzlich dringend Dozenten, um alle Fächer auf dem gebotenen Niveau unterrichten zu können.
  • Um diese Studienabgänger anschließend „am Krankenbett“ und in Ambulanzen praktisch weiterbilden zu können, braucht es zusätzlich für die einzelnen Fachdisziplinen die entsprechenden Einrichtungen mit einer adäquaten Ausstattung und einem erfahrenen Fachpersonal. Beides steht bisher aber weder quantitativ noch qualitativ ausreichend zur Verfügung.